Unser Fresschen
Nachdem wir euch schon einmal einen kleinen Einblick darüber geben konnten, was wir nicht essen dürfen, möchten wir nun auflisten, was auf unserer Speisekarte steht. Heute haben wir mal Französisch gegessen. Es gab Menue á la carte. Der Koch empfahl uns ein erlesenes
Fourrage
de pointe de centrage
angerichtet an delikatem
Herbe de chat
und dazu wurde uns ein
eau fraiche
kredenzt. Hmmm. Lecker. Können wir nur wärmstens empfehlen.
Für all jene, die nicht so gerne Französisch essen, hier noch mal
auf Deutsch:
Körnerfutter, Katzengras und frisches Wasser.
Grundnahrungsmittel
Unser Grundfutter (Körnerfutter), besteht zunächst einmal aus verschiedenen Hirsesorten wie z. B. Senegal-, Blut-. Japan- Silberhirse, Kanariensaat, Kardisaat, Negersaat, Paddyreis verschiedene Grassamen, Weizen, Hafer und Sonnenblumenkerne. Manche Fertigmischungen enthalten auch Erdnüsse. Viele Nymphensittiche futtern die zwar sehr gerne, allerdings sollen diese Nüsse uns fett und unbeweglich machen.
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Fett und unbeweglich? Ich doch nicht. Solange ich noch durch dieses Loch passe....... |
Allerdings besteht jedoch die Gefahr, dass sich im Futter mit diesen Nüssen leicht Pilze oder auch kleine Tierchen bilden, die wir nicht mögen und im Futter auch nix zu suchen haben.
Der übermäßige Verzehr von Sonnenblumenkernen ist nach Aussage unserer Vogelhalter auch nicht unbedingt gesundheitsfördernd. Die sollen angeblich auch dick machen. Wenn das so ist, dann muss ja einer von unseren beiden flügellosen Mitbewohnern doch auch heimlich davon genascht haben. Denn der passt nicht durch obiges Loch hindurch.
Es grünt so grün
Außer dem Grundfutter sollten natürlich Obst und Gemüse ebenso wenig auf unserer Speisekarte fehlen. Meistens habt ihr ja so etwas ohnehin zuhause: Apfel, Birne, Banane, Trauben, Erdbeeren usw. Ein bisschen komplizierter für euch ist die Beschaffung von diversen Gräsern wie z. B. Löwenzahn, Katzengras, Vogelmiere, Spitzwegerich, Beifuß, Rispengräser, Sauerampfer etc. Meine Zweibeiner versuchen zwar laufend uns dies alles schmackhaft zu machen. Es ist für die meisten unserer Artgenossen auch wirklich absolut lecker und gesund.
Aber uns beiden liegt das Grünzeug zum Leidwesen unserer Futterspender leider nicht so. Außer Katzengras, Vogelmiere und hin und wieder ein Stück Traube rühren wir nichts an. Allerdings bewundern wir die ausdauernden Versuche unserer Mitbewohner, die nichts unversucht lassen, uns von dieser Form der Nahrungsaufnahme zu überzeugen. Vielleicht finden wir eines Tages ja wirklich auch Gefallen daran. Wer weiß.
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Nach dem Duschen mit |
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Vitamine
Solange wir uns jedoch dieser gesunden Nahrungsaufnahme vehement verweigern, solange erhalten wir eben Vitamintropfen ins Trinkwasser. Apropos Trinkwasser: Auch wenn wir nicht übermäßig viel Wasser zu uns nehmen, so sollte es doch täglich gewechselt werden.
Beim Zugeben von Vitamintropen bereitet ihr uns einen riesengroßen Gefallen, wenn das Wasser spätestens nach 8 Stunden ausgewechselt wird. Ihr müsst wissen, dass sich die Vitamine nach einigen Stunden zersetzen und nicht nur ihre Wirkung verlieren, sondern auch das Wasser verkeimen lassen. Und unsauberes Wasser ist unter anderem ein Grund, weshalb wir Vögel krank werden können. Also: Bitte täglich frisches Wasser, bei Vitaminzusatz 2 x täglich.
Fertigfutter
Noch ein kurzes Wort zum Thema Fertigmischungen. Einige Menschen haben beim Kauf von Fertigfutter namhafter Anbieter ihren Angaben zufolge schon schlechte Erfahrungen damit gemacht. Es sollen sich Tiere (Futtermilben, Mehlmotten etc.) und/oder Schimmelpilze in den Futtermischungen befunden haben. Solltet ihr so etwas entdecken, dann dürft ihr uns dieses Futter keinesfalls anbieten. Ab in die Tonne damit!
Wir als leidenschaftliche Körnerfresser vermuten einfach mal, dass falsche Lagerung in den Geschäften eine große Rolle spielt. Wenn eure geduldeten Mitbewohner auch diese Fertigmischungen kaufen sollten, dann sei hier unser kleiner Tipp von Vogel zu Mensch angebracht:
Beim Kauf unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum, meist an der Unterseite der Box angebracht, achten. Das Futter sollte mindestens noch ein Jahr haltbar sein. Das Futter nach Möglichkeit auch nicht in Läden kaufen, die nicht klimatisiert sind. Das gilt vor allen Dingen in den heißen Sommermonaten. Unser Fresschen muss nämlich kühl und trocken gelagert werden.
In vielen Zoogeschäften und anderen Läden ist es manches Mal dermaßen heiß, dass der Inhalt der Futterbehältnisse plötzlich lebendig werden muss. Wärme und Feuchtigkeit sind ein idealer Nährboden für Schimmelpilze und anderem unappetitlichen Zeug.
Grit
Genauso wichtig wie die schmackhaften Körner, Salate, Obst, Gräser und sonstige Leckereien ist die Gabe von Muschelgrit. Da wir Vögel im Gegensatz zu euch Menschen keine Zähne besitzen (weshalb uns Ulla Schmidt´s Gesundheitsreform an der Kloake vorbeigeht), benötigen wir zur Unterstützung der Verdauung Vogelgrit.
Verständlicher wird es für euch, wenn ich euch mal kurz die Vogelverdauung im Groben erkläre. Also, wir enthülsen die Körner gekonnt mit dem Schnabel. Dann wandert der Inhalt durch die Speiseröhre in den Kropf. Dort werden die Körner durch Wasser und Sekrete erweicht und nach und nach in den Muskelmagen weitergeleitet. Und dort kommt nun der Grit zu seinem Einsatz. Durch die Muskelbewegungen und den Grit kann das Futter wie durch einen Mahlstein zermalmt werden. Und erst jetzt können die wichtigen Nährstoffe dem Vogelorganismus zugeführt werden.
Bei euch Menschen erledigt das die Magensäure. Bei uns Vögeln hilft der Grit mit. Solltet ihr also als Einstreu statt Vogelsand lieber Buchenholzgranulat oder ähnliches bevorzugen, dann stellt uns unbedingt einen Extranapf mit Vogelgrit zur Verfügung. Und wo wir schon dabei sind, Kalksteine und Sepiaschalen sollten bei dieser Gelegenheit auch nicht fehlen.
Nur unter Protest!
Keinesfalls anbieten: Alkohol (aber dies sollte ja so was von klar sein), sämtliche Kohlarten, Avocados, gesalzte und gewürzte Speisen, Schokolade und dergleichen. Ebenso tabu ist Kaffee. Die Frage ob mit Milch oder Zucker, die entfällt somit. Und worauf wir freiwillig verzichten, das ist Zigarettenrauch.
Früher musste einer unserer Futtergeber zum Rauchen immer auf den Balkon gehen. Egal ob Schnee, Sonne, Regen oder Sturm. Irgendwie hat ihm das wohl gestunken. Er hat daraufhin das Rauchen aufgegeben. Besser ist es so *gg *.
Im Winter bei Eiseskälte sah das besonders bescheuert aus. Mit Mantel und Schal, zitternd und bibbernd vor Kälte gierig am Glimmstängel nuckelnd.... Den rauchenden Nachbarn von gegenüber stand förmlich im Gesicht geschrieben: „Den hat seine Alte wohl auch rausgeschmissen“. Nichtsahnend, dass die arme Sau ääh, der arme Mensch nur wegen uns in die Kälte gegangen ist.
Nachdem ihr nun so einen groben Blick auf unsere Speisekarte werfen konntet, würden mein Lutinohahn und ich euch gerne noch über die lauernden Gefahren im Haushalt informieren.