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Gefahren im Haushalt

Irgendwann schlägt ja für fast jeden von uns die Stunde der Trennung von unseren Eltern und Geschwistern, von der gewohnten Umgebung, vom Züchter bzw. vom Zooladen. Dann werden wir eingefangen und zu euch nach Hause transportiert. Nun sitzen wir an einem fremden Ort und haben die Hosen gestrichen voll, weil wir nicht wissen, was uns nun erwartet. Alles fremd und ungewohnt. 

Endlich der  erste Freiflug

Nachdem ihr uns einfach mal ein paar Tage in Ruhe gelassen und uns königlich mit den feinsten Köstlichkeiten (siehe Ernährung) verwöhnt und tagelang ruhig auf uns eingeredet habt, wollen wir endlich auch mal die für uns noch  fremde Umgebung genauer untersuchen. Das geht natürlich nur, wenn ihr uns nun endlich aus dem Käfig lasst

Wundert euch aber nicht, wenn wir nicht gleich herausstürmen und wie die Bekloppten fröhlich zwitschernd umherfliegen. Es kann durchaus sein, dass wir noch sehr ängstlich sind. Wenn ihr jedoch von Anfang an mit uns ruhig und sanft gesprochen habt und wir schon ein klein wenig Vertrauen aufgebaut haben, dann überwiegt die Neugier und wir klettern aus unserer Voliere.

Und je nach Temperament düsen wir vielleicht auch gleich los.  

               

Und spätestens jetzt sollten die Räume vogelsicher gestaltet worden sein. Mit vogelsicher meinen wir natürlich nicht, dass die Räume vor uns geschützt werden sollten, sondern wir sollen vor den lauernden Gefahren der Wohnung geschützt werden.  

Bruchlandungen vermeiden

Das beginnt schon einmal mit den Fensterscheiben. Die ersten Tage sind wir ausgesprochen scheu und ängstlich. Meist sind wir auch noch recht jung und tollpatschig, da wir ja so gut wie noch nie fliegen durften. 

Einige unserer Artgenossen sind schon gegen Fensterscheiben geknallt, weil sie diese Begrenzung zwischen Wohnung und nach draußen nicht erkannten. Also bitte durch Vorhänge, Aufkleber etc. kenntlich machen. Oder Jalousie ein Stück herunterlassen, notfalls ganz herunterlassen und ggf. das Licht einschalten. 

Feuer unterm Hintern

Ein weiterer Gefahrenpunkt ist offenes Feuer. Sprich: Kerzen etc. Gerade um die Weihnachtszeit herum haben schon viele unserer Verwandten gewaltig Feuer unterm Arsch gemacht bekommen. Ist für einen Vogel mit fehlender masochistischer Veranlagung auch nicht gerade lustig.  

Echt heiß

kann auch so ein Deckenfluter für uns werden.  Da haben schon einige Artgenossen von uns schwerste Verbrennungen an den Füßchen erlitten.  Woher sollen wir denn wissen, dass es auf diesen Lampen, die geradezu zur Landung einladen, höllisch heiß ist? 

Und wo wir gerade bei dem Thema Hitze sind, in der Küche haben wir nun wirklich nichts verloren. Es sei denn, dort wird nie gekocht. Die Dämpfe, bedingt durch das Kochen der Speisen sind ebenso wenig angenehm für uns wie die giftigen Ausdunstungen heißer Teflonpfannen. Für euch Menschen ist diese Beschichtung absolut ungefährlich, für uns Vögel dagegen das reinste Gift. 

Und beim Kochen habt ihr ja auch in der Regel das Fenster geöffnet, damit die Dämpfe abziehen können. Und das wiederum bedeutet Zugluft. Und Zugluft ist absolut schädlich für uns. Abgesehen von den Herdplatten, die eine große Hitze ausstrahlen. Die Temperaturunterschiede (heiß/kalt) können eine Erkältung herbeiführen. Und mit einem Schal um den Hals fliegt es sich nicht so gut :-)

.... dann macht der Reiter plumps

Hoppe, hoppe Reiter, wenn er fällt, dann schreit er....

Auf eurem Schoß mag das ja noch recht glimpflich ausgehen, aber die Schränke, Bilder und Regale im Wohnzimmer sollten so angebracht sein, dass der Spalt zwischen Wand und Schrank nicht so groß ist, dass wir dahinter fallen können. Dann bleiben wir nämlich stecken, weil wir nicht die Flügel benutzen können, um uns somit aus der verzwickten Situation zu befreien. Ich habe mich für euch mal als Stuntman ääh als Stuntbird zur Verfügung gestellt, damit ihr seht, was ich meine:

Ein Stuntbird bei der Arbeit Uff, diese Situation könnte unter Umständen sehr eng werden.

Und auch das könnte für einen kleinen  Tollpatsch brenzlig werden Wir sind im Bilde

Keine Angst, unser Herrchen hat natürlich dafür gesorgt, dass uns nix passieren kann. Da diese Plätze zu unseren Lieblingsaufenthaltsorten gehören, sind diese mit Büchern, Papprollen, Hölzern etc. so abgesichert, dass nix passieren kann.

  Von den großen Blumenvasen, in die wir hineinfallen können und von den Gardinen mit den giftigen Bleibändern hat euch unser Herrchen ja gleich auf der ersten Seite in Kenntnis gesetzt.

Was er aber nicht erwähnt hat, dass sind die offenen Türen. Das sind ideale Landeplätze für uns. Vor dort oben kann man wunderbar die gesamte Umgebung beobachten.

Und das Holz schmeckt übrigens auch lecker. Allerdings wird so eine Tür auch mal schnell zugemacht. Und wenn die Vogelhalter dann mal nicht aufgepasst haben, dann leiden wir höllische Qualen.  

Einfach nur lecker oder gefährlich?

Seid ihr Liebhaber von wunderschönen Pflanzen, die eure Wohnung mit ihrem Grün und ihrer Farbenpracht zu einer wohnlichen Oase verzaubern? Dann nix wie raus mit dem Zeug! Nun gut, es sind nicht alle Pflanzen giftig. Es gibt durchaus Zimmerpflanzen, da haben wir einfach nur unsere Freude daran, wenn wir sie zerlegen. Mit anderen Worten: Wir haben sie  zum Fressen gern! Trotzdem  geht es uns danach weiterhin gut. Von den bösen Blicken der Körnergeber mal abgesehen.

 

 So nach und nach mussten sich unsere menschlichen Mitbewohner von dem Grün verabschieden

Aber was unbedingt entfernt werden muss:
  Akazien, Anemonen, Aronstab, Christrosen, Dieffenbachia, Eibe, Eisenhut, Faulbaum, Fingerhut, Goldregen, Hahnenfußgewächse, Herbstzeitlose, Hyazinthen, Küchenschelle, Maiglöckchen, Mistel, Nachtschattengewächse, Narzissen, Nelken, Oleander, Porzellanblume, Primeln, Rittersporn, Seidelbast, Stechapfel, Stechpalme, Tollkirsche, Veilchen, Wacholder, Weihnachtsstern und alle
Wolfsmilchgewächse

Übrigens haben mein Kumpel und ich schon einen kompletten Ficus benjamin innerhalb kürzester Zeit platt gemacht. Hat unheimlich viel Spaß bereitet. Uns jedenfalls. Unsere Futterspender konnten ihre Emotionen bzgl. ihrer Freudenausbrüche jedoch gut verbergen. Sogar dann noch, als wir kurze Zeit später eine deckenhohe Kokosnusspalme gefällt haben. 

Es war einmal ein wunderschöner Ficus..... Das ist der erbärmliche Rest des ficus benjamini. Daraufhin wurde   in den Blumentopf einfach ein Ast gerammt und dient nun als zweiter Kletterbaum. Vogelsand über die Blumenerde und fertig. Die wütenden Worte dabei möchte ich hier  nicht wiederholen.

Spannung = Stromstärke x Widerstand

Oder U = I x R. Ihr mögt diese Formel ja in der Schule mal gelernt haben, uns blieb Physikunterricht zum Glück erspart. Deshalb sind Kabel auch so eine Sache, die ihr lieber vor uns schützen solltet. So ein Kabel von einer PC-Maus hat uns bisher noch nicht geschadet, das können wir aus eigener Erfahrung berichten. Allerdings kann so ein Kabel, das an einer Steckdose angeschlossen ist, schon gewaltige Probleme bereiten. Sagen unsere flügellosen Mitmenschen jedenfalls. Also: so absichern, dass wir da nicht dran können.  

 

Das Wandern ist des Vogels Lust

Sehr gerne  bewegen wir uns auch  auf dem Fußboden. Wir wandern mal nach da und mal nach hier und picken mal da und knabbern mal hier. Das heißt für euch: Augen auf im Straßen ääh Wohnungsverkehr. So ein riesiger Quadratlatschen hat schon mehreren Vögeln zumindest die eine oder die andere Schwanzfeder gekostet.

Die Bremer Stadtmusikanten

mögen sich ja untereinander gut vertragen haben. Aber ob das im wirklichen Leben auch so ist?

 Wie auch schon auf der ersten Seite kurz erwähnt, ist das Zusammenleben mit anderen Haustieren wie z. B. einer Katze auch nicht immer stressfrei. Für uns jedenfalls nicht. Da hilft uns auch nicht der Satz weiter: „Aber die will doch nur spielen“. Oder wenn der Supergau dann doch mal eingetroffen ist, der Trost: „Aber das hat sie doch noch nie gemacht“.

Also bitte, bitte: Jede Katze hat ihren Spieltrieb. Auch wenn sie noch so lieb und harmlos herumschnurrt. Auch wenn sie uns sogar meistens zufrieden lässt. Katzen und uns bitte nicht im gleichen Zimmer halten. In wenigen Einzelfällen mag das ja gut gehen. In der Regel aber nicht.  Dann lieber doch einen Esel *gg*.

 

Da kieckste, wa?

Hättet ihr gedacht, dass man  auf  so viele Dinge achten muss? 

Und das ist bei Weitem noch nicht alles. Ohne Bücher und Informationsquellen im WWW seid ihr, sorry, sind wir letztendlich aufgeschmissen. Also bitte, bitte, haltet euch informationsmäßig weiter auf dem Laufenden. Uns zuliebe. Diese kleine Homepage von unserem Herrchen Wolfram soll wirklich nur als Grundwissen im Miniformat zu verstehen  sein. Nicht mehr. Also: Es gibt viel zu tun, packen wir´s an! Macht es wie wir:

Einfach mal wieder ein Buch lesen. Dann weiß man was man hat :-)

Oder schaut auf "interessante Links".  Wie es schon Ernst Reuter, der legendäre Oberbürgermeister von Berlin, im Jahre 1948 vor dem Reichstag ausgerufen  hat: "Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Links!" oder so ähnlich.

 

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