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Wer wir sind  und woher wir kommen

    Fridolin                                                                                       

Dann möchten wir uns mal kurz vorstellen:

Wir heißen Felix und Fridolin und malträtieren die Nerven unserer Futterspender nunmehr schon seit über 5 Jahren. Übrigens besitzen wir auch einen lateinischen Namen, der da lautet: Nymphicus hollandicus. Man ist ja schließlich wer.

                                      Woher wir kommen

Unsere Ur-Ur-Ur-Großeltern stammen ursprünglich aus Australien. Früher nannte man dieses Örtchen Neu-Holland. Deshalb auch der "Nachname" hollandicus. Im Inneren des Kontinents leben sie vorzugsweise im offenen Gelände, in Savannen und Steppen, immer  nahe der Seen und Wasserläufe. Dort fühlten und fühlen sie sich auch heute wohl.

Heimat der Nymphensittiche. Außer in Küstennähe sind wir fast überall anzutreffen.             Fliegen ist einfach schön. Es ist genauso wichtig wie die Luft zum Atmen. 

Aber wieso sind unsere Artgenossen in Australien und wir beide hier in Deutschland?

Nun ja, wir haben uns erzählen lassen, dass eines Tages, es war der 13. Juli 1771, also dass da so ein beknackter Mensch einen ausgestopften Nymphensittich nach England einführte.

Dieser Typ  hieß James Cook. Na ja, so richtig beknackt war er ja eigentlich nicht. Er sollte 1768 eigentlich nur in See stechen, um für die Königlich Geographische Gesellschaft einige astronomische Beobachtungen auf Tahiti vorzunehmen. Irgendwie führte ihn dann seine Weiterreise auch nach Australien. Und da waren eben auch unsere Vorfahren. Und unser Erscheinungsbild muss wohl die Menschen fasziniert haben. So  begann  Jahre später der Leidensweg unserer Vorfahren. 

Entführung unserer Vorfahren nach Europa

Etwa  Mitte des 19. Jahrhundert (1840 ) brachte ein Mann namens John Gould den ersten lebenden Nymphensittich mit nach England. Und wenig später wurden massenweise Vögel mit riesigen Netzen eingefangen und nach England verschifft. Auf der langen Reise verendeten viele unserer Artgenossen auf grausame Art und Weise. Die Menschen hatten ja schließlich Null Ahnung, was unsere Bedürfnisse betraf. 

Leider soll es heutzutage immer noch Leute geben, die keine Ahnung haben. Die jedoch trotzdem Vögel erwerben. Als Geschenk für die Kinder oder eben nur, weil der Vogel farblich so schön zur Tapete passt. Aber zum Glück seid ihr da ganz anders. Ihr informiert euch wenigstens. Oder wie ist sonst zu erklären, dass ihr euch bis hierher durchgelesen habt?

Haltungsbedingungen, Ernährung usw. waren Fremdworte. Außerdem galt ein Tier eben nur als Sache, das man besitzen wollte, weil man vielleicht schon alles hatte. Keine Rede davon, dass wir Nymphies auch eine Seele und Gefühle besitzen. Na ja, auf alle Fälle wurden einige unserer Vorfahren 5 Jahre später auch nach Deutschland eingeführt  und ungefähr 10 Jahre später gelangen nun auch in diesem unserem Lande die ersten Zuchten.

Endlich: Ausreiseverbot

Durch die Zuchterfolge waren die umständlichen und für die Vögel grausamen Transporte erst einmal fast überflüssig. Aber eben nur fast. Erst als unsere Artgenossen  vom Aussterben bedroht waren, erließ die Australische Regierung 1894 ein Gesetz, welches die Ausfuhr verbot. Und so soll es auch bleiben. Ich kenne übrigens nur sehr wenige Lebewesen, die sich über ein  "Ausreiseverbot" so sehr gefreut haben wie wir.

Apropos: Wir hätten da   noch eine große Bitte an euch.  Kauft nie irgendwelche Wildfänge, auch wenn diese bei uns Nymphensittichen zum Glück nicht mehr lohnenswert sind. Bei unseren Artverwandten wie z.B. den Kakadus, da kommt so etwas leider immer wieder noch vor.

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